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Chronische Schmerzen und ihre Behandlung


Schmerztherapie München



Chronische Schmerzen und ihre Behandlung



Schmerz ist oft ein Warnsignal, daß irgendetwas im Körper nicht stimmt. Wegen Schmerzen suchen die Menschen deshalb am häufigsten ihren Arzt auf. Meistens hört der Schmerz auf, wenn die auslösende Ursache behandelt wurde oder auf andere Weise verschwunden ist. Nun gibt es jedoch eine Anzahl von Patienten, deren Schmerz Monate oder gar Jahre unverändert anhält. Dieser Dauerschmerz oder chronische Schmerz ist eine außerordentlich große Belastung für den Patienten sowie seine Umwelt und eine große Herausforderung für den behandelnden Arzt.


Die symptomatische Schmerzbehandlung hat in diesen Fällen nicht als primäres Ziel, die Ursache des Schmerzes zu behandeln, sondern versucht, den Schmerz des Patienten zu lindern ,um so das höchstmögliche Maß an Lebensqualität für den Patienten zu erreichen. Dieses Vorgehen, daß keine Heilung beabsichtigt ist bzw. möglich ist, sondern eine Schmerzlinderung zur Erhöhung von Lebensqualität, muß mit dem Patienten immer wieder besprochen werden. Denn nur dann, wenn er diese Absicht versteht und mitträgt, kann er die notwendigen Kompromisse eingehen, die erforderlich sind, um mehr Lebensqualität zu erreichen.


Chronische, andauernde Schmerzen entstehen, wenn die Schmerzursache dauernd bestehen bleibt (weil nicht grundsätzlich behandelbar) und so zu einer Reizung von Strukturen des Nervensystems führt. Chronische Schmerzen entstehen oft bei Patienten mit einer ernsthaften körperlichen Erkrankung wie z.B. einem Krebsleiden. Die Behandlung dieser Schmerzzustände folgt in der Regel einem Stufenplan, der den graduierten Einsatz von leichten, mittelstarken und starken Schmerzmitteln in Kombination mit Antidepressiva und Antiepileptika (die die Fortleitung von Schmerzimpulsen zum Bewußtsein günstig beeinflussen) vorsieht. Z.B. gelingt es mit Antiepileptika häufig, den intensiven Schmerz bei einer Trigeminus-Neuralgie zu beeinflussen.


Neben einer medikamentösen Therapie könnten auch eine Reihe von alternativen, physikalischen Verfahren angewendet werden. In schwersten Fällen kann auch eine Unterbrechung oder Modifikation der Schmerzleitung durch chirurgische Eingriffe an Schmerzleitungsbahnen oder die Implantation von Stimulationssonden in diese Systeme erwogen werden.


Häufig erfordern chronische Schmerzen den Einsatz von Opioiden (starke Schmerzmittel, die eine enge Verwandtschaft zu den Opiaten haben) oder den Einsatz von Opiaten (stärkste Schmerzmittel, die Morphin oder eine chemische Abwandlung von Morphin enthalten). Eine Abhängigkeitsentwicklung ist bei Einsatz dieser Schmerzmittel nicht zu erwarten. Aus ungerechtfertigter Angst vor Opiat-Schmerzmitteln und wegen der umständlichen Verschreibungsmodalitäten wird diese Therapie in Deutschland jedoch sehr zögerlich eingesetzt.


Bei der Gruppe von Patienten mit chronischen Schmerzen bestand gelegentlich in der Vergangenheit eine Verletzung oder Erkrankung mit Schmerz, die jedoch vollständig ausgeheilt ist, ohne daß der Schmerz gleichzeitig abgeklungen wäre (siehe Schmerzgedächtnis). Bei manchen Patienten gibt es jedoch gar keine Hinweise auf eine mögliche Schmerzursache. Die Behandlung dieser Schmerzkrankheit ist außerordentlich schwierig, zumal für diese Patienten ihr Schmerz Mittelpunkt und Hauptsache ihres Lebens geworden ist. Eingesetzt werden kleine Analgetika (ASS, nichtsteroidale Antirheumatika) und Psychopharmaka. Einige Patientin profitieren vom Erlernen von Entspannungstechniken. Viele Patienten aus dieser Gruppe haben durch alternative Therapien wie z.B. durch Akupunktur zumindest eine vorübergehende Linderung ihrer Schmerzen erlebt.


Da chronische Schmerzen für den betroffenen Patienten nicht nur Leiden, sondern in jedem Fall auch beträchtliche Belastungen in seinem familiären und sozialen Umfeld mit sich bringen, wird niemals eine Schmerztherapie alleine erfolgreich sein. In der Regel wird eine psychologische oder psychotherapeutische Begleitung, psychiatrische Konsultationen und Maßnahmen in der Familie oder am Arbeitsplatz zusätzlich erforderlich werden.



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